Geschichte

Die Geschichte vom Robert-Schumann-Turnier

1986 fand zum ersten Mal das "Oldenburger Wunderhornturnier" statt. Seit dieser Zeit haben mehr als 70 Mannschaften aus 14 verschiedenen Ländern an dem Turnier teilgenommen. Die besten Mannschaften Europas wie z. B. der Sieger in der Champions-League 2004, der Slagelse FH, der TuS Walle Bremen, Automobilist Brovary gaben ihre Visitenkarte in Oldenburg ab. Sogar die chinesische Nationalmannschaft war bei dem Turnier zu Gast.

Grundgedanke des Turniers war es unter anderem den "eisernen Vorhang" durchlässiger zu machen. Deshalb lebt das Turnier traditionell von der starken Beteiligung osteuropäischer Mannschaften. Auch wollte Robert Schumann ein "nördliches Gegengewicht" zu dem Turnier von Bad Urach schaffen. Die Qualität sollte aber die Bad Urachs mindestens erreichen. Mittlerweile hat sich das Turnier zu einem der besten Turniere im Frauenhandball in Deutschland entwickelt. Auch wenn es zur Zeit weitaus mehr deutsche Turniere mit Spitzenmannschaften gibt, so lebt dieses Turnier von einer einzigartigen Atmosphäre, die erlebt werden muß!

2003 wurde das Turnier zum ersten Mal als "Robert-Schumann Handball-Turnier" ausgetragen. Mit dieser Namensänderung erinnern die Organisatoren an den Handballtrainer des VfL Oldenburg und Gründer des Turniers Robert Schumann, der am 29.11.2002 verstarb. Einen Tag nach seinem Tod schrieb Horst Hollmann in der NWZ: "Hegen und pflegen werden sie nun vor allem das hochwertige Wunderhorn-Turnier. Diesem "Robert-Schumann-Turnier" galt sein letztes Engagement."

Mit Unterstützung der Stadt Oldenburg und vieler ehrenamtlicher Helfer und Sponsoren wird das Robert-Schumann-Turnier von Jahr zu Jahr als ein ernstzunehmender Test auf die bevorstehende Saison organisiert.



Gedenktafel für Robert Schumann - Horst Mildes Rede im Wortlaut

Zum Start des 22. Robert-Schumann-Turniers wurde ein Bronzerelief mit dem Bildnis Robert Schumanns am Eingang der VfL-Halle enthüllt. Nach bewegenden Worten von VfL-Präsident Günther Bredehorn nahm sich der ehemalige Oldenburger Oberbürgermeister, niedersächsische Landtagspräsident und Freund Robert Schumanns, Horst Milde, das Mikrofon. Im folgenden dokumentieren wir seine Rede.

"Es ist für mich eine große Ehre, dass ich diese Tafel, die an Robert Schumann erinnern soll, enthüllen darf. Ich bedanke mich dafür bei Ihnen, Frau Schumann, und bei Ihnen, Herr Präsident Bredehorn.

Natürlich sind unsere Gedanken besonders jetzt in diesem Moment bei Robert Schumann, dem wunderbaren Menschen, dem großartigen und beispielhaften Sportler. Beruflich wie auch als Trainer habe ich ihn gut gekannt und geschätzt. Über viele herausragende Erfolge seiner unermüdlichen Arbeit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene und begeisternde Siege, die in der stolzen Vereinsgeschichte festgehalten sind, haben wir uns in den Jahren, die uns verbunden haben - das war meine Oberbürgermeister- und Landtagspräsidentenzeit - gemeinsam gefreut.

In seinen geliebten Sport hat der aus Pommern vertriebene Robert Schumann die Völkerverständigung einbezogen. Er hat, ausgehend von seinem Leben, in schwerer Zeit dazu beigetragen, dass der unmenschliche "Eiserne Vorhang" durch die Teilnahme vieler osteuropäischer Mannschaften an seinem "Oldenburger Wunderhornturnier" durchlässiger wurde und er durfte es erleben, dass Osteuropa zur Freiheit zurückkehren konnte. Das traditionsreiche Turnier, das heute und in den nächsten Tagen wieder stattfindet, hatte nicht zuletzt diesen Sinn. Nun trägt dieses Turnier seit vier Jahren zu Recht seinen Namen.

Ihm hat nicht nur der Handballsport, nicht nur der VfL, sondern auch die Stadt Oldenburg viel zu verdanken. Ohne ihn wäre nicht nur das Sportliche Leben, sondern unsere Stadt in ihrer Qualität ärmer. Das gilt nach seinem Tode heute noch, denn wir zehren von seinem wegweisenden Erbe. Robert Schumann gehört zu den Persönlichkeiten, die ihren Platz nicht nur in der Sport-, sondern auch in der Stadtgeschichte haben. In diesem Sinne ehren wir heute mit der Enthüllung dieser Tafel einen Mann, der großen Dank verdient hat und auf den wir stolz sein dürfen."


Jahr für Jahr
25 Jahre Robert-Schumann-Turniere

Seit 1986 wird in der Vorbereitung auf die jeweils kommende Saison alljährlich das "Internationale Robert-Schumann-Turnier um das Oldenburger Wunderhorn" ausgespielt, freilich zunächst nicht unter diesem Namen. In 24 Jahren nahmen 93 Vereine aus 17 Ländern an diesem traditionsreichen Frauenhandballturnier teil.

Der Blick auf die einzelnen Jahre erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann ggf. ergänzt werden.

Die meisten Informationen dieser Texte (besonders die aus den 1980er und 90er Jahren) stammen aus den Vor- und Nachberichten der Oldenburger Nordwest-Zeitung (NWZ). Für das aus dem NWZ-Archiv zur Verfügung gestellte Material bedanke ich mich hiermit herzlich.

Ole Rosenbohm, 18. August 2010

Drei Namen in 25 Jahren
Oldenburg-Cup, Wunderhorn und Robert-Schumann-Turnier

Den Namen "Wunderhorn" darf das Frauenhandball-Turnier erst seit der fünften Auflage benutzen. Dabei wurde der Titel schon 1982 das erste Mal vergeben. In diesem Jahr nämlich fand in Oldenburg ein Turnier für Frauen-Nationalmannschaften statt - gespielt wurde um eben dieses Oldenburger Wunderhorn. Damals spielten auch die Oldenburgerinnen Rita Köster (Forst), Sylke Arnold und Maike Becker (Balthazar) für das DHB-Team, ebenso wie etwa die heutige Trainerin Bayer Leverkusens, Renate Wolf, sowie weitere Handball-Ikonen wie Dagmar Stellberg (u.a. TuS Walle, VfL Engelskirchen) und Silvia Schmidt (u.a. VfL Sindelfingen, TV Lützellinden).

Nach dem Willen der Stadt sollte diese Veranstaltung nicht die letzte bleiben. Als sich aber abzuzeichnen begann, dass dieses Turnier für die Auswahlteams einmalig bleiben sollte, überredeten die VfL-Verantwortlichen 1990 bei der Feier zur deutschen Meisterschaft der weiblichen A-Jugend, so Geert Claußen in seiner 1994 erschienen Vereinschronik, den damaligen Oberstadtdirektor Heiko Wandscher und Oberbürgermeister Horst Milde um das Recht, das Duplikat des Wunderhorns als symbolischen Pokal bei seinem Turnier überreichen zu dürfen. Aus dem Oldenburg-Cup wurde so 1990 das Wunderhorn-Turnier.

Nach dem Tod des Turnierchefs im Jahr 2002 entschieden sich die Verantwortlichen zur Änderung des Namens in " Internationales Robert-Schumann-Turnier um das Oldenburger Wunderhorn". Zudem wurde der "Verein zur Durchführung des Internationalen Robert-Schumann-Turniers e.V." gegründet, der auch noch heute die Veranstaltung durchführt. Dies geschieht schon seit den frühen 1990er Jahren in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg. Schirmherr des Turniers ist immer der amtierende Oberbürgermeister Oldenburgs.

1986: Premiere mit acht Mannschaften

"Oldenburgs erster Schritt zu einem großen Handballturnier", titelt die NWZ im Vorfeld. Acht Mannschaften aus drei Ländern spielen in Edewecht, Metjendorf und in der VfL-Halle an der Rebenstraße noch um den "Oldenburg-Cup". VfL-Trainer und Organisator Robert Schumann schwebt bereits eine traditionsreiche Zukunft mit starken Teilnehmern vor, die Besetzung zur Premiere ist aber noch Durchschnitt. Gegen den VfL kommt auch der dänische Vizemeister Helsingor nicht an, verliert das Endspiel mit 9:20. Im Anschluss kündigt Schumann an, man werden sich für das nächste Jahr um Mannschaften aus dem Ostblock bemühen.

1. VfL Oldenburg I (Bundesliga)
2. IF Helsingor (Dänemark)
3. TuS Walle (Oberliga)
4. VfL Oldenburg II (Regionalliga)
5. E&O Emmen (Niederlande)
6. TSV Hastedt (Regionalliga)
7. VfL Bad Oldesloe (Regionalliga)
8. TV Uelzen (Oberliga)


1987: Stettin siegt vor Titelverteidiger VfL

Ein Trainer- und ein sportmedizinisches Symposium in der Weser-Ems-Halle gehören zum Rahmen der zweiten Auflage, die auch in Elsfleth gespielt wird. Als sportlich unantastbar erweist sich Pogon Stettin. Der polnische Meister von 1986 gewinnt das Finale gegen Jarplund mit 12:8. Erstliga-Aufsteiger Jarplund-Weding hatte zuvor den VfL mit einem 13:9 den Weg ins Endspiel verbaut.

1. Pogon Stettin (Polen)
2. TSV Jarplund-Weding (Bundesliga)
3. VfL Oldenburg I (Bundesliga)
4. VfL Bad Schwartau (Regionalliga)
5. Eintracht Minden (Zweite Liga)
6. VfL II (Regionalliga)
7. TSV Hastedt (Regionalliga)
8. Elsflether TB (Regionalliga)
9. VfB Gießen (Zweite Liga)
10. Eintracht Celle (Oberliga)
11. SSV Marienheide (Oberliga)
12. TV Nussdorf (Regionalliga)

1988: Außenseiter VfL II jubelt zu früh

Im dritten Jahr braucht der "Oldenburg-Cup" keinen Vergleich mehr mit den etablierten Turnieren in Deutschland zu scheuen. Von den zwölf Teams aus sechs Ländern stammen sieben aus ersten Ligen. Zum Rahmen gehören wieder Tagungen für Trainer und Sportärzte (mit 300 Teilnehmern, u.a. Otto Rehhagel und Frank Neubarth von Werder Bremen) zudem werden nun auch die Schiedsrichter stärker einbezogen. In dieser und ähnlicher Form gehören diese Tagungen auch in Zukunft zum Turnier. Immer mehr Wert legt Schumann auf den Punkt "Völkerverständigung". Eine Teilnahme als bloße "Pflichtübung" würde der gesamten Konzeption der VfL-Arbeit widersprechen, sagt er in der Oldenburger Nordwest-Zeitung: "Wir wollen erreichen, dass alle Teams, die hier gespielt haben, mit Freude ein zweites und drittes Mal kommen." Turnier-Neuling AZS Wroclaw (Breslau) gewinnt das Endspiel gegen einen insgesamt starken VfL mit 14:10. Und auch die Zweite überrascht positiv, gleicht im letzten Vorrundenspiel gegen Kiel zehn Sekunden vor Schluss aus. Ein Remis hätte zum Halbfinale gereicht. Doch die junge Mannschaft vergisst im Freudentaumel das Zurücklaufen und verliert doch noch mit 8:9.

1. AZS Wroclaw (Polen)
2. VfL I (Bundesliga)
3. WIF Sofia (Bulgarien)
4. Holstein Kiel (Zweite Liga)
5. VfL II (Regionalliga)
6. LUI Lynge (Zweite Liga Dänemark)
7. Eintracht Minden (Bundesliga)
8. TSV Jarplund-Weding (Bundesliga)
9. TSV Tempelhof-Mariendorf (Zweite Liga)
10. PSV Eindhoven (Niederlande)
11. Werder Bremen (Regionalliga)
12. Vonk Mosam (Niederlande)


1989: Kurzentschlossenes Breslau wiederholt Vorjahressieg

Das Turnier wächst: 18 Mannschaften spielen in drei Vorrundengruppen und fünf Hallen (Hude, Metjendorf, Nordenham, Flötenteich/Oldenburg und Rebenstraße/Oldenburg), der schmale Etat liegt aber immer noch bei nur 20.000 DM. Den Sieg schnappt sich wieder der amtierende polnische Meister und zur Hälfte aus Nationalspielerinnen bestehende AZS Wroclaw (12:10 gegen VfL), das zunächst gar nicht eingeladen war und erst eine Woche nach einer Absage des TuS Walle per Telegramm zugesagt hatte. In der Vorrunde hatte das mit meist viel Kraft und Dynamik spielende Wroclaw (Breslau) noch gegen Ungarns Meister Epitök Budapest mit 11:18 verloren. Die Siegesserie der brillant verteidigenden Ungarinnen endet aber im Halbfinale gegen Oldenburg: 9:10.

1. AZS Wroclaw (Polen)
2. VfL I (Bundesliga)
3. Epitök Budapest (Ungarn)
4. Eintracht Minden (Bundesliga)
5. WIF Sofia (Bulgarien)
6. PSV Eindhoven (Niederlande)
7. GW Frankfurt (Bundesliga)
8. TSV Tempelhof-Mariendorf (Bundesliga)
9. TV Mainzlar (Zweite Liga/ausgeschieden in der Qualifikation der Drittplatzierten).
ausgeschieden nach der Vorrunde: Herschi Geleen (Niederlande), TV Herrentrup (Zweite Liga), Caobo Valkenburg (Zweite Liga Niederlande), Germania List (Zweite Liga), Sittardia Sittard (Zweite Liga Niederlande), VfL II (Regionalliga), TSV Jarplund-Weding (Zweite Liga), SV Süd Braunschweig (Zweite Liga), LUI Lynge (Zweite Liga Dänemark).

1990: Abschied vom "Oldenburg-Cup"

Erstmals darf sich das Turnier "Cup um das Oldenburger Wunderhorn" nennen; dafür musste die Stadt ihren Segen geben. Wieder sind 18 Teams dabei, diesmal in vier Gruppen und wieder fünf Hallen aufgeteilt. 50 Helfer unterstützen, weitere bringen viele der über 300 Gäste privat unter - viel Aufwand, den die Haupt-Organisatoren Wilhelm Kohlrenken, Bernd Kempf und Robert Schumann aber wieder erfolgreich bewältigen. Mit Pozitron Leningrad nimmt erstmals eine sowjetische Mannschaft teil, mit SC Magdeburg, TSC Berlin und Halloren Halle sind zum ersten Mal Teams aus der DDR dabei. Zum dritten Mal zu Gast ist der 15-malige bulgarische Meister WIF Sofia, den der VfL selbst bei einem Turnier schon besucht hatte. Oldenburg erreicht erst nach zwei Verlängerungen und Siebenmeterwerfen mit zwei entscheidenden Paraden Sabine Janßens gegen TSC Berlin das Halbfinale. Dort ist gegen Leningrad mit 12:15 Endstation. Auch die Tore Rita Kösters, Erfolgreichste mit insgesamt 55 Treffern, reichen nicht. Pozitron gewinnt das Endspiel gegen Magdeburg mit 16:14.

1. Pozitron Leningrad (Sowjetunion)
2. SC Magdeburg (DDR)
3. VfL I (Bundesliga)
4. WIF Sofia (Bulgarien)
im Viertelfinale ausgeschieden: TSC Berlin (DDR), SK Zlin (CSFR), Van der Voort Quintus (Niederlande), PSV Eindhoven (Niederlande).
nach der Vorrunde ausgeschieden: HV Aalsmeer (Niederlande), TSV Harrislee (Zweite Liga), GW Frankfurt (Bundesliga), TSV Jarplung-Weding (Zweite Liga), TSV Hastedt (Zweite Liga), VfL II (Regionalliga), TH Eilbeck (Zweite Liga), BSG Halloren Halle (DDR), TV Herrentrup (Zweite Liga), AC Iason (Zweite Liga Niederlande).

1991: Behörden verbieten Bratislavas Ausreise

Gigantismus ist nicht die Sache des Wunderhorn-Turniers - daher wird abgespeckt. Die Spiele finden nur noch in Hude sowie am Brandsweg und der Rebenstraße statt. Zudem sind nur noch 13 Mannschaften, alles Erstligisten, am Start. Acht unterklasigere Teams messen sich zeitgleich in einem B-Turnier. Platz für Kuriositäten gibt es aber: Weil Start Bratislava in der Liga nicht in der oberen Tabellenhälfte landete, strich das Innenministerium die Ausreisegenehmigung und setzte Meister Slavia Prag in Marsch. Neben Slavia nehmen mit Pogon Stettin (Polen), HV Aalsmeer (Niederlande) und TuS Walle drei weitere Titelträger in Oldenburg teil. Der deutsche Meister Walle wird nur einmal richtig gefordert - im Endspiel gegen den VfL (13:9). Trainer des Bremer Clubs ist Leszek Krowicki, der zum ersten Mal teilnimmt, aber in späteren Jahren mit dem Buxtehuder SV und dem VfL Oldenburg die Geschichte des Wunderhorns entscheidend mitprägen wird.

1. TuS Walle (Bundesliga)
2. VfL (Bundesliga)
3. Slavia Prag (CSFR)
4. Pogon Stettin (Polen)
5. TSC Berlin (Bundesliga)
6. Amicitia Zürich (Schweiz)
7. Van der Voort Quintus (Niederlande)
8. HV Aalsmeer (Niederlande)
9. TSG Wismar (Bundesliga)
10. TV Uster (Schweiz)
11. HC Svendborg (Dänemark)
12. Alfa Skiff Leningrad (Sowjetunion)
13. PSV Eindhoven (Niederlande)


1992: Neuformierter VfL dringt bis ins Endspiel vor

In der Woche vor dem Wunderhorn verpflichtet Abteilungsleiter Peter Görgen auf Empfehlung des zurückgetretenen Robert Schumann in Bernd Neumann einen neuen Trainer. Schumann bleibt aber Chef-Organisator des Wunderhorns, das wieder von überschaubaren 14 Teams (diesmal ohne B-Turnier) ausgespielt wird. Der neuformierte VfL (ohne Rita Köster, Kerstin Köhler, Bianca Mävers und Ute Knutzen aber wieder mit Maike Balthazar) gewinnt nur zwei der fünf Vorrunden-Begegnungen, spielt sich dann aber mit knappen Siegen gegen Prag und Bratislava bis ins Endspiel. Dort ist St. Petersburg beim 11:17 ein bis zwei Nummern zu gut.

1. Tramp St. Petersburg (Russland)
2. VfL I (Bundesliga)
3. Danubius Bratislava (CSFR)
4. Constructorul Baia Mare (Rumänien)
5. Slavia Prag (CSFR)
6. TSV Nord Harrislee (Bundesliga)
7. Van der Voort Quintus (Niederlande)
8. PSV Eindhoven (Niederlande)
9. VfL II (Regionalliga)
10. TV Uster (Schweiz)
11. TSV Hastedt (Zweite Liga)
12. HV Aalsmeer (Niederlande)
13. Pogon Stettin (Polen)
(die Stadtauswahl Damme zog im Turnierverlauf zurück)

1993: Schumann staunt über Zweitligisten VfL

Zum ersten Mal ist der VfL beim Wunderhorn nicht mehr erstklassig, ein wenig Trost allerdings dürfte den Anhängern die Leistung beim Turnier geben: Oldenburg wird wieder Zweiter (10:17 im Finale gegen Slavia Prag) - nun schon zum fünften Mal bei der inzwischen achten Auflage. Dabei war Torfrau Conny Kuck noch "sehr enttäuscht von unserer Leistung am Sonnabend", doch in Viertel- und Halbfinale zeigen sich die Gastgeberinnen gegen die polnischen Teams AZS Wroclaw (Breslau) und Start Elblag von ihrer besten Seite (14:11 und 13:11). Sogar Ex-Trainer Schumann ist angetan: "Da passte einfach alles zusammen."

1. Slavia Prag (Tschechien)
2. VfL I (Zweite Liga)
3. Start Elblag (Polen)
4. Tramp St. Petersburg (Russland)
5. Constructorul Baia Mare (Rumänien)
6. AZS Wroclaw (Polen)
7. TSV Nord Harrislee (Zweite Liga)
8. Zekon Michalovce (Slowakei)
9. PSV Eindhoven (Niederlande)
10. TV Uster (Schweiz)
11. Holstein Kiel (Zweite Liga)
12. VfL II (Regionalliga)


1994: Erster Siegerschluck aus dem Wunderhorn

Aus neun Ländern kommen die Teams bei der neunten Auflage. Gespielt wird immer noch "auswärts" - diesmal auch in Großenkneten. Ungewohntes erleben die Zuschauer von den Gastgeberinnen: Erstmals verfehlt der VfL (immer noch Zweitligist) das Halbfinale, und erstmals kommt es zum Duell der Ersten gegen die Zweite. In der Trostrunde gewinnt der Favorit 13:7. Sieger Automobilist Kiew (17:13 in einem Klasse-Endspiel gegen Montex Lublin) gewinnt nur sein erstes Spiel nicht, und das noch gegen einen Zweitligisten: 10:10 gegen den TSV Hastedt. Und noch ein Ergebnis: Gegen den späteren Dritten St. Petersburg verliert der sonst überraschend erfolgreiche VfL II mit 2:25 - das erste Oldenburger Tor in der 24. Minute wird aber extra laut bejubelt. Auf der Siegerehrung wird eine neue Tradition geboren: der Siegerschluck aus dem Wunderhorn.

1. Automobilist Kiew (Ukraine)
2. Montex Lublin (Polen)
3. Tramp St. Petersburg (Russland)
4. Constructorul Baia Mare (Rumänien)
5. VfL I (Zweite Liga)
6. TSV Hastedt (Zweite Liga)
7. Zekon Michalovce (Slowakei)
8. VfL II (Regionalliga)
9. PSV Eindhoven (Niederlande)
10. Union Halle-Neustadt (Zweite Liga)
11. TV Uster (Schweiz)
12. Freja Kopenhagen (Zweite Liga Dänemark)


1995: Elblag gewinnt polnisches Finale

Das Wunderhorn feiert sein erstes Jubiläum - und erhöht die Zahl der Teilnehmer auf 15. "Zur zehnten Auflage wollten wir etwas Besonderes auf die Beine stellen", sagt Schumann der NWZ: "In Zukunft wird das Teilnehmerfeld aber wieder kleiner werden, sonst ist der Aufwand zu groß." Für den VfL ist das Turnier der erste Schritt auf dem Weg zurück in die Bundesliga. Schumann ist wieder Cheftrainer, unterstützt von Klaus Kröger und Wolfgang Blase. Auch Heike Schmidt ist aus Walle zurückgekommen. Gegen Vorjahressieger Kiew verliert das Team nur knapp, gegen Slavia Prag wird sogar gewonnen. Für den Sprung aufs Treppchen reicht es aber nicht, zu stark ist die Konkurrenz. Im rein polnischen und hochklassigen Finale gewinnt Start Elblag mit 15:10 gegen den amtierenden Meister Montex Lublin.

1. Start Elblag (Polen)
2. Montex Lublin (Polen)
3. Tramp St. Petersburg (Russland)
4. Automobilist Brovary Kiew (Ukraine)
5. TSV Nord Harrislee (Bundesliga)
6. VfL I (Zweite Liga)
7. Slavia Prag (Tschechien)
8. TV Uster (Schweiz)
9. E&O Emmen (Niederlande)
nach der Vorrunde (drei Fünfer-Gruppen) ausgeschieden: TSV Hastedt (Zweite Liga),VfL II (Regionalliga), HF Syd (Zweite Liga Dänemark), Elsflether TB (Oberliga), PSV Eindhoven (Niederlande), VfL-A-Jugend (Oberliga).

1996: "Endlich Montex..."

Trotz aller Vorsätze sind es diesmal sogar 16 Teams, aufgeteilt in drei Gruppen. Gespielt wird nur noch in Oldenburg (Flötenteich und Rebenstraße). Der VfL ist in der Bundesliga zurück und schafft es beim Wunderhorn auf Platz vier. Die übrigen Ränge von eins bis Platz acht belegen osteuropäische Mannschaften, darunter zwei aus Kiew. Sieger wird der aktuelle polnische Double-Gewinner Montex Lublin (17:11 gegen Tramp St. Petersburg). "Endlich Montex", sagen viele Stamm-Besucher nach zwei zweiten Plätzen und jeder Menge erworbener Symphatien. Komplimente erntet auch der VfL II nach einem Sieg, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage in der Vorrunde. Zum neunten Mal in Folge aber auch zum letzten Mal nimmt der PSV Eindhoven am Wunderhorn teil.

1. Montex Lublin (Polen)
2. Tramp St. Petersburg (Russland)
3. Spartak Kiew (Ukraine)
4. VfL I (Bundesliga)
5. Kuban Krasnodar (Russland)
6. Automobilist Brovary Kiew (Ukraine)
7. Slavia Prag (Tschechien)
8. Constructorul Baia Mare (Rumänien)
9. VfL II (Regionalliga)
nach der Vorrunde ausgeschieden: Start Elblag (Polen), TSV Nord Harrislee (Zweite Liga), E&O Emmen (Niederlande), Tabak Wien (Österreich), PSV Eindhoven (Niederlande), Elsflether TB (Oberliga), TV Uster (Schweiz).

1997: VfL schaut am Sonntag nur zu


Zum ersten Mal darf der VfL am Final-Sonntag nicht mehr spielen. Trotz eines 11:9-Sieges über Gruppensieger Slavia Prag kommt das Team von Trainer Norbert Gwiozda nur auf 4:8 Punkte und scheidet als Sechster unter sieben Mannschaften aus. Sogar die Zweite schneidet als Fünftplatzierte der in Elsfleth ausgespielten Gruppe II besser ab. Die Neuauflage des Finales aus dem Vorjahr gewinnt wieder Montex Lublin. Diesmal allerdings ist es spannender: Nach 18 Minuten führt Tramp St. Petersburg noch mit 12:10, gibt den Vorsprung in den verbleibenden zwölf aber aus der Hand und verliert noch mit 15:17.

1. Montex Lublin (Polen)
2. Tramp St. Petersburg (Russland)
3. Spartak Kiew (Ukraine)
4. TuS Walle (Bundesliga)
im Viertelfinale ausgeschieden: Slavia Prag (Tschechien), Start Elblag (Polen), BVB Lichtenberg (Bundesliga), URSUS Cluj-Napoca (Rumänien). nach der Vorrunde ausgeschieden: Automobilist Brovary Kiew (Ukraine), VfL II (Regionalliga), VfL I (Bundesliga), Amicitia Zürich (Schweiz), Van der Voort Quintus (Niederlande).

1998: Bundesliga siegt zum erst dritten Mal

Nach dem VfL 1986 und TuS Walle 1991 gewinnt mit BVB Lichtenberg erst zum dritten Mal eine deutsche Mannschaft einen Schluck aus dem Wunderhorn. Zweiter wird der Buxtehuder SV mit Heike Schmidt und Trainer Leszek Krowicki. Der BSV liegt im Endspiel mit 8:11 hinten, übernimmt dann die Führung und verliert doch noch mit 12:13. Der aus der Ersten Liga abgestiegene VfL nutzt das Turnier zu einem gelungenen Neuanfang, schlägt in der Vorrunde sogar Lichtenberg und landet unter Trainer Klaus Kröger auf Platz drei.

1. BVB Lichtenberg (Bundesliga)
2. Buxtehuder SV (Bundesliga)
3. VfL I (Zweite Liga)
4. Slavia Prag (Tschechien)
5. Montex Lublin (Polen)
6. Start Elblag (Polen)
7. Galytchanka Lviv (Ukraine)
8. Skovbakken Aarhus (Dänemark)
nach der Vorrunde ausgeschieden: Automobilist Brovary Kiew (Ukraine), UHC Stockerau (Österreich), Tramp St. Petersburg (Ukraine), Amicitia Zürich (Schweiz), VfL II (Regionalliga), Van der Voort Quintus (Niederlande).

1999: Quirlige Chinesinnen landen auf Platz drei

Mit der Auswahl Chinas nimmt die erste Nationalmannschaft am Wunderhorn teil und wird dank quirligem Tempohandball und einer schwer zu überwindenden offensiven Abwehr überzeugende Dritte. Sieger Spartak Kiew mit zehn Nationalspielerinnen ist im Halbfinale aber eine Nummer zu groß und gewinnt mit 21:8. Spartak ist ohnehin das Maß aller Dinge und räumt auch noch alle Sonderwertungen ab: beste Spielerin (Maya Karbuna), beste Torhüterin (Tetjana Worontzowa), erfolgreichste Werferin (Olena Jatsenko) und auch den Fairness-Preis. Einzig im Finale gegen Zweitligist Lichtenberg läuft es nicht so rund: Kiew liegt 0:5 hinten. Erst als die Ukrainerinnen Lichtenbergs chinesische Nationalspielerin Chao Zhai eng decken, fanden sie ins Spiel und gewinnen mit 13:12. Der wieder aufgestiegene VfL kommt wieder nur auf vier Punkte in sechs Vorrundenpartien. "So gewinnen wir in der Bundesliga kein einziges Spiel", schimpft Torfrau Heike Zornow über die Abstimmungsprobleme bei den Gastgeberinnen. Die hatten es allerdings auch mit guter Konkurrenz zu tun gehabt. "Wir haben absoluten Spitzenhandball gesehen. Im sportlichen Bereich war es mit das stärkste Turnier überhaupt", sagt Robert Schumann in der NWZ.

1. Spartak Kiew (Ukraine)
2. BVB Lichtenberg (Zweite Liga)
3. Nationalmannschaft China
4. GKZ Gliwice (Polen)
5. Skovbakken Aarhus (Dänemark)
6. Galytchanka Lviv (Ukraine)
7. Slavia Prag (Tschechien)
8. Buxtehuder SV (Bundesliga)
9. Automobilist Brovary Kiew (Ukraine)
10. SG Neukölln (Zweite Liga)
nach der Vorrunde ausgeschieden: VfL I (Bundesliga), SG Minden (Bundesliga), Start Elblag (Polen), VfL II (Regionalliga).

2000: Hoher Besuch aus Kiew

Im neuen Jahrtausend besucht eine Jahrhundert-Handballerin Oldenburg: Sinaida Turtschina, zweifache Olympiasiegerin, war erst im Frühjahr von der Internationalen Handball-Föderation zur Handballerin des Jahrhunderts gewählt worden. Nach Oldenburg kommt Turtschina als Cheftrainerin und Präsidentin Spartak Kiews. Nicht unerwartet verteidigt der ukrainische Meister seinen Wunderhorn-Titel, muss sich im Endspiel gegen Rückkehrer Montex Lublin gehörig strecken, siegt aber knapp 14:13. Der VfL scheitert im Viertelfinale mit 13:15 an Montex, fertigt im Platzierungsspiel aber Krowickis Buxtehude dank sieben Treffer Kathrin Scholls mit 16:7 ab.

1. Spartak Kiew (Ukraine)
2. Montex Lublin (Polen)
3. Slavia Prag (Tschechien)
4. Eintracht Minden (Bundesliga)
5. Berliner VB (Zweite Liga)
6. VfL I (Bundesliga)
7. Buxtehuder SV (Bundesliga)
8. Automobilist Brovary Kiew (Ukraine)
9. Bayer Leverkusen (Bundesliga)
10. Start Elblag (Polen)
ausgeschieden nach der Vorrunde: GZKS Gliwice (Polen), Germania List (Bundesliga), VfL II (Regionalliga)

2001: Anja Andersen sagt Champions-League-Titel voraus

Montex Lublin entführt das dritte Mal das güldene Horn, gewinnt das Endspiel mit 16:12 gegen den VfL, der sich vor insgesamt 1600 Zuschauern mit einer überragenden Tanja Büsing im Tor von seiner besten Seite präsentiert. Oldenburgs Katarina Dubajova wird mit 37 Treffern Torschützenkönigin. Der dänische Club FH Slagelse wird nur Achter, die Trainerin und ehemalige Welthandballerin Anja Andersen erlebt aber ein "großartiges Turnier" und verkündet in Oldenburg hohe Ziele: den Champions-League-Titel für ihren Club. Und das sollte tatsächlich klappen. Sogar dreimal: 2004, 2006 und 2007.

1. Montex Lublin (Polen)
2. VfL I (Bundesliga)
3. Bayer Leverkusen (Bundesliga)
4. Horsens HK (Dänemark)
5. Buxtehuder SV (Bundesliga)
6. Berliner VB (Bundesliga)
7. Start Elblag (Polen)
8. FH Slagelse (Dänemark)
9. Slavia Prag (Tschechien)
10. GZKS Gliwice (Polen)
ausgeschieden nach der Vorrunde: Transportnik Brovary Kiew (Ukraine), VfL II (Regionalliga)

2002: Montex gewinnt zum vierten Mal

Für Robert Schumann übernimmt kurzfristig Michael Brand die Turnierleitung. Die schwere Erkrankung Schumanns macht betroffen, setzt aber neue Kräfte frei. Der ganze Verein hilft, sein Erbe zu bewahren. Erstmals dabei ist Peter Kalafut, der im Frühjahr Klaus Kröger als VfL-Trainer ablöste. Auf die Frage, wie denn der VfL eine sorgenfreie Saison erleben könnte, antwortet Kalafut: "Wenn Heike Zornow alles hält und Katarina Dubajova alles trifft." Etwas davon ist schon beim Wunderhorn zu erleben. Der VfL landet nach durchwachsener Vorrunde auf Platz drei, Dubajova wird wieder Torschützenkönigin. Den Höhepunkt erleben die Anhänger beim Viertelfinale: Gegen Slagelse liegt Oldenburg schon 5:12 hinten, erzwingt aber die Verlängerung (14:14) und gewinnt im Siebenmeterwerfen (23:21). Zum vierten Mal Sieger und damit Rekord-Titelträger wird Montex Lublin. Gegen Borussia Dortmund benötigt Montex im Endspiel aber die ganze Klasse einer Sabina Wlodek, die in den letzten fünf Minuten vier Treffer erzielt und ihre Mannschaft zum 14:13-Erfolg führt.

1. Montex Lublin (Polen)
2. Borussia Dortmund (Bundesliga)
3. VfL I (Bundesliga)
4. Buxtehuder SV (Bundesliga)
5. Start Elblag (Polen)
6. Eintracht Minden (Bundesliga)
7. FH Slagelse (Dänemark)
8. Kuban Krasnodar (Russland)
9. Hellas Den Haag (Niederlande)
10. SEW Zeeman/Vasgoed (Niederlande)
11. VfL II (Regionalliga)


2003: Neuer Anfang

Die 18. Auflage seines Turnieres erlebt Robert Schumann nicht mehr. Der Wunderhorn-Gründer, der als Trainer und Hauptverantwortlicher den Frauenhandball beim VfL zu einer der besten Adressen in Deutschland machte, stirbt am 29. November 2002. Das Wunderhorn lebt unter seinem Namen weiter, heißt künftig Robert-Schumann-Turnier. Die neue Turnierleitung mit Michael Brand, Uwe Everding, Uwe Korthals und Wilhelm Kohlrenken lädt zwölf Mannschaften ein, darunter - wie zu besten Schumann-Zeiten - sechs aus dem ehemaligen Ostblock. Sieger wird Rapid Bukarest nach einem 21:18 gegen Buxtehude. Der VfL landet mit tollem Tempohandball - besonders beim 16:12 im Viertelfinale gegen Oltchim Valcea - auf Platz drei und macht den Anhängern Hoffnung, dass der Abstiegskampf diesmal ohne Oldenburger Beteiligung stattfindet.

1. Rapid Bukarest (Rumänien)
2. Buxtehuder SV (Bundesliga)
3. VfL I (Bundesliga)
4. Start Elblag (Polen)
5. Oltchim Valcea (Rumänien)
6. Borussia Dortmund (Bundesliga)
7. TV Mainzlar (Bundesliga)
8. Kolporter Kielce (Polen)
9. Buntekuh Lübeck (Bundesliga)
10. Spartak Kiew (Ukraine)
11. Kuban Krasnodar (Russland)
12. VfL II (Regionalliga)


2004: Endlich triumphiert der Nordrivale

Schritt für Schritt hatte sich Buxtehude nach oben gepirscht, bei der achten Teilnahme nun klappt es mit dem Turniersieg in der Halle des Nord-Rivalen. Der nach Krowickis Demission im April von Heike Axmann gecoachte BSV benötigt im Endspiel gegen Dortmund allerdings eine Extrarunde, ehe der 23:22-Sieg n.V. feststeht. Auch Oldenburg, nach mäßigem Abschneiden mit dem Fairnesspreis getröstet, scheitert am nervenstarken BSV (9:10 im Viertelfinale).

1. Buxtehuder SV (Bundesliga)
2. Borussia Dortmund (Bundesliga)
3. Kuban Krasnodar (Russland)
4. Start Elblag (Polen)
5. TV Mainzlar (Bundesliga)
6. VfL I (Bundesliga)
7. Duslo Sala (Slowakei)
8. Oltchim Valcea (Rumänien)
9. Nata Gdansk (Polen)
10. VfL II (Regionalliga)


2005: Nata Gdansk löst Versprechen ein

2004 noch Vorletzter, ein Jahr später Triumphator: Nata Gdansk gewinnt das 20. Robert-Schumann-Turnier und erfüllt damit das Versprechen seines Trainers Jerzy Cieplinski, der "Wiedergutmachung" versprochen hatte. Im rein polnischen Finale besiegen die ungeschlagen gebliebenen Danzigerinnen SPR Lublin (früher Montex) mit 20:18. Beim VfL gibt Leszek Krowicki seinen Wunderhorn-Einstand und führt sein neues Team auf Platz vier. Überschattet wird das gute Abschneiden vom Kreuzbandriss Kim Birkes. Die junge Linksaußen (17) spielt sowohl für die Erste als auch für Zweitliga-Aufsteiger VfL II, muss deswegen zwischen Brandsweg und Rebenstraße pendeln und verletzt sich im letzten Spiel am Samstagabend - in der nicht wirklich wichtigen Partie der Zweiten gegen Stettin (14:25). Erst am Ende der anschließenden Bundesligasaison kommt Birke wieder zum Einsatz.

1. Nata Gdansk (Polen)
2. SPR Lublin (Polen)
3. Kuban Krasnodar (Russland)
4. VfL I (Bundesliga)
5. Buxtehuder SV (Bundesliga)
6. HCM Roman (Rumänien)
7. Piotrcovia Piotkow (Polen)
8. Oltchim Valcea (Rumänien)
9. Lacznosciowiec Stettin (Polen)
10. Egle Vilnius (Litauen)
11. VfL II (Zweite Liga)


2006: Wunderhorn zieht sich in Robert-Schumann-Halle zurück

Von nun an findet das Wunderhorn-Turnier mit nur noch acht Mannschaften ausschließlich in der Robert-Schumann-Halle statt. Ein Grund dafür ist der wachsende Kostendruck, zudem sollen die Kapatitäten der Helfer gebündelt werden. Die Teams spielen zunächst in einer gemeinsamen Vorrundengruppe, aus der die ersten Vier am Halbfinale teilnehmen. Der VfL dominiert schon die Gruppenphase, verliert nur gegen Kniaz Milos Arandjelovac aus Serbien und wird mit vier Punkten Vorsprung Erster. Das neu gekommene Trio mit Milica Danilovic, Irina Pusic und Dagmara Kowalska funktioniert prächtig und führt Oldenburg mit einer qualitativ selten gesehenen Mischung aus Technik und Schnelligkeit zum ersten Turniersieg nach 20 Jahren Pause. Im Halbfinale hat Vorjahressieger AZS Gdansk (vormals Nata) nicht den Hauch einer Chance (30:20), Im Endspiel gegen den vierfachen Wunderhorn-Gewinner Lublin (21:20) kann sich der VfL sogar eine doppelte Unterzahl am Schluss leisten, um die 20:17-Führung über die Zeit zu bringen. Der neue Modus beschert übrigens auch etwas Kopfzerbrechen: Fünf Mannschaften weisen nach der Vorrunde jeweils 8:6 Punkte auf (es zählt der direkte Vergleich), Gdansk und HCM Roman haben sogar die gleiche Tordifferenz. Hallensprecher Eberhard Erlebach nach dem letzten Vorrundenspiel: "Ich wünsche den Organisatoren ein fröhliches Ausrechnen."

1. VfL Oldenburg (Bundesliga)
2. SPR Lublin (Polen)
3. Buxtehuder SV (Bundesliga)
4. AZS Gdansk (Polen)
5. HCM Roman (Rumänien)
6. Kniaz Milos Arandjelovac (Serbien)
7. Galytchanka Lviv (Ukraine)
8. Van der Voort Quintus (Niederlande)


2007: Erinnerung an Turniergründer Schumann

Der ehemalige Landtagspräsident und Oberbürgermeister Oldenburgs, Horst Milde, enthüllt eine Gedenktafel für Robert Schumann am Halleneingang und erinnert mit einer bewegenden Rede an das Wirken des Handballtrainers, der den VfL in 30 Jahren Arbeit auch international einen hervorragenden Ruf gebracht hat. In der Saison zuvor hatte Leszek Krowicki sein Vorhaben wahr gemacht und den VfL wieder in den Europapokal geführt. Dennoch stehen im aktuellen Kader gerade noch sieben Spielerinnen aus dem Vorjahr. Die neuformierte Truppe, die am Ende der Saison im europäischen Challenge Cup triumphieren sollte, landet mit 8:6 Zählern auf Rang fünf. Den Turniersieg holt sich der ukrainische Serienmeister Motor Zaporozhye. Im Endspiel wird der sichtlich müde Buxtehuder SV mit 31:14 geschlagen. Kein Wunder: Erstens stellte Motor eindeutig das beste Team, zweitens hatte "Buxte" zuvor im Halbfinale noch die Verlängerung bemühen müssen, um sich gegen Kuban Krasnodar mit 32:30 durchzusetzen.

1. Motor Zaporozhye (Ukraine)
2. Buxtehuder SV (Bundesliga)
3. Kuban Krasnodar (Russland)
4. HSG Blomberg-Lippe (Bundesliga)
5. VfL Oldenburg (Bundesliga)
6. MKS Piotrcovia (Polen)
7. Van der Voort Quintus (Niederlande)
8. KPR Jelenia Gora (Polen)


2008: Neuer Name, neue Stärke

An nach Hauptsponsoren neu benannte Vereine mussten sich die Besucher des traditionsreichen Turniers schon oft gewöhnen. Neu ist, dass nun auch ein deutsches Team in Oldenburg auftaucht, das seinen Namen aus finanziellen Gründen geändert hat: ProVital Blomberg-Lippe, vormals HSG. Der Bundesligist präsentiert sich beim Wunderhorn erstaunlich spielstark, gewinnt die Vorrunde - bei der nach einem Jahr Pause auch wieder die Regionalliga-Mannschaft des VfL mitmischt - sowie die ausschließlich aus Bundesligisten bestehende Finalrunde (Endspiel 25:17 gegen Borussia Dortmund). Nach zwei Jahren wieder dabei ist die Regionalligamannschaft des VfL. Nicht dabei ist Merignac HB, drei Monate zuvor Finalgegner des VfL im Challenge Cup. Der französische Club bringt den erforderlichen Etat für die Erste Liga nicht auf und musste absteigen. Nun fehlt auch das Geld für Auslandsfahrten.

1. ProVital Blomberg-Lippe (Bundesliga)
2. Borussia Dortmund (Bundesliga)
3. VfL I (Bundesliga)
4. Buxtehuder SV (Bundesliga)
5. Kuban Krasnodar (Russland)
6. Laczpol Gdynia (Polen)
7. VfL II (Regionalliga)

2009: VfL bleibt ohne Niederlage

VfL zum Dritten: Ohne Niederlage kommen die Oldenburgerinnen durch das Turnier, das zum ersten Mal nur noch an zwei Tagen und wieder mit zwei Vorrundengruppen ausgespielt wird. Das Finale gewinnt der aktuelle DHB-Pokalsieger mit 24:21 gegen den Buxtehuder SV. "Unser Wurfverhalten war gegen eine so ausgezeichnete Torhüterin zu schlecht", lobte BSV-Coach Dirk Leun die begeisternde Vorstellung von Oldenburgs Torfrau Tatiana Surkova. Auch im Jahr vor der 25. Veranstaltung sehen die Zuschauer hochklassigen Sport in der Robert-Schumann-Halle. Aus bestehenden Problemen rund um das Turnier - vor allem finanzieller Art - macht aber selbst Turnierchef Michael Brand keinen Hehl. NWZ-Sportchef Otto-Ulrich Bals findet in einem NWZ-Kommentar unter der Überschrift "Nicht alle spielen mit" mahnende Worte: "Kleiner kann es (das Turnier) nicht mehr werden - nur noch ganz verschwinden."

1. VfL I (Bundesliga)
2. Buxtehuder SV (Bundesliga)
3. Frankfurter HC (Bundesliga)
4. SPR Lublin (Polen)
5. Toulon St-Cyr Var (Frankreich)
6. Sonderjysk Elitesport (Dänemark)
7. VOC Amsterdam (Niederlande)
8. VfL II (Regionalliga)


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